Tolle Presse für marketing für frauen in der Aachen/ Dürener Zeitung
9. Mai 2011
mit einem sehr treffenden Pressebericht hat Andrea Johnen von der Aachener Zeitung die Aktivitäten rund um das Frauennetzwerk beschrieben…
Netzwerk «Marketing für Frauen»:
Weniger Konkurrenz, mehr Konsens
Von Andrea Johnen | 29.04.2011, 18:14
Kreuzau.
Alle, die das Thema Gleichberechtigung für erledigt hielten, wurden in den
vergangenen Wochen eines Besseren belehrt. Im Bundestag und in Unternehmen wird über
die Frauenquote kräftig diskutiert, Bascha Mikas Buch «Die Feigheit der Frauen» geistert durch
die Feuilletons der Zeitungen.
Anstatt über Quoten zu diskutieren, nahmen zwei Frauen aus Kreuzau die Dinge selbst in die
Hand und gründeten vor etwa einem Jahr die «Interessengemeinschaft Netzwerk Marketing
für Frauen». Damit wollen sie unter anderem selbstständigen Frauen und Unternehmerinnen
im Beruf unter die Arme greifen.
Die Unternehmensberaterin Juliane Crefeld und die Bilanzbuchhalterin Bärbel Nolden lernten
sich über die Buchhaltung kennen und befanden sich auf einer Wellenlänge, so dass aus Ideen
das Netzwerk geboren wurde. In diesem Netzwerk können selbstständige und
teilselbstständige Frauen Kontakte knüpfen und Erfahrungen und Ideen austauschen. Es gehe
hauptsächlich um «Kontakte und Synergien», betont Crefeld.
Dem Netzwerk gehören 15 Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen an. Neben
Pädagoginnen mit verschiedener Ausrichtung sind Typ- und Farbberaterinnen, Fotografinnen
und Händlerinnen mit eigenen Läden mit von der Partie. Die wenigsten hätten Angestellte,
sondern seien meist «Einzelkämpfer», so dass ihnen die Schnittstellenkontakte fehlen. Dem
soll im Netzwerk abgeholfen werden.
«Superbunt zusammengewürfelt», nennt es Anna Lex-Marenbach, Typberaterin aus
Nörvenich, doch fände man immer irgendwo Berührungspunkte. Gerade der Austausch von
Erfahrungen sei ihr sehr wichtig: «Mit den Kunden kann man schlecht über das Geschäft
reden, Familie und Freunde können es häufig nicht mehr hören» bringt es Anna Lex-
Marenbach auf den Punkt.
Für Jutta Robens, Lektorin aus Düren, ist es reizvoll, die unterschiedlichen Perspektiven
kennenzulernen und Dinge auch aus anderen Blickwinkeln betrachtet zu sehen, die durch die
unterschiedlichen Persönlichkeiten zustandekommen. Auch Tipps von den Marketingprofis zur
Kundenbindung und Neukundenaktivierung erhoffen sich einige Frauen im Netzwerk.
«Trotz aller Veränderungen und Debatten ist die Selbstständigkeit für Frauen immer noch
schwierig», erklärt Juliane Crefeld. Viele würden neben ihrer selbstständigen Arbeit noch eine
andere Tätigkeit ausüben. Dazu kommt, dass die meisten Frauen nicht nur die Verantwortung
für ihre Selbstständigkeit, sondern auch für ihre Familien tragen. Die Organisation der Familie
liegt aus Erfahrung der Beraterinnen in den meisten Fällen immer noch hauptsächlich bei den
Frauen, was zu Doppelbelastung führe.
Dass Frauen und Männer unterschiedlich «ticken», sei mittlerweile fast überall akzeptiert. Nur
werde es im Berufsalltag selten berücksichtigt. Diese Unterschiede schlagen sich
beispielsweise in der Art nieder, wie Frauen Dinge angehen. Sie «netzwerken» anders, regeln
ihre Finanzen anders, möchten auch «im Business nett und Freundinnen sein», sagt Juliane
Crefeld. Sie seien insgesamt weniger auf Kampf und Konkurrenz aus, dafür mehr auf Konsens.
Auch seien Frauen manchmal übervorsichtig, benötigten mehr Anstoße von außen, um sich in
die Selbstständigkeit zu wagen, oder über ein Motivationstief hinweg zu kommen. Hier hilft
zum Beispiel der Austausch mit «Gleichgesinnten», die schon mal in ähnlichen Situationen,
seien es persönliche oder geschäftliche, waren. Selbstständige Männer hätten in dieser
Hinsicht weniger Schwierigkeiten, da sie in der Regel durch größeres Selbstbewusstsein von
sich selbst überzeugt sind, wodurch es ihnen leichter fällt andere zu überzeugen.
Beispielsweise beim Vorstellen eines Konzepts bei der Bank.
«Hier will das Netzwerk tätig werden, indem es die Frauen unterstützt, ohne sie zu
verformen», sagt Crefeld. Was das in der Praxis bedeutet, kann bei den monatlichen Treffen
beobachtet werden: Vorschläge werden in aller Ruhe ausdiskutiert, keine Meinung wird
übergangen. Die Ziele werden vor jedem Treffen festgelegt. «Das ist ja kein
Kaffeekränzchen», betont Juliane Crefeld.
Thema der aktuellen Diskussion ist der Fachtag des Netzwerks, bei dem die Frauen sich und
ihre Arbeit der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Dieser soll am 19. Juni stattfinden. Das
Programm wird noch erarbeitet.
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